Potenz und Sexualität im Alter: Kein Privileg
für die Jungen!
Auch Senioren sind häufig
noch aktiv im Bett, wie aktuelle Untersuchungen bestätigt
haben. Menschen, die ein Leben lang Lust und Gefallen an der
Sexualität gefunden haben verlieren dieses nicht einach, nur
weil sie älter geworden sind.
Lust und Sexualität bei Senioren sind offenbar weiter
verbreitet als man allgemein denkt.
Allerdings lässt die sexuelle Lust im Alter meist schon
etwas nach und auch die Techniken ändern sich, denn das Altern
geht natürlich mit körperlichen Veränderungen einher.
Denkt man an die eigene Familie, also z.B. die Eltern,
Großeltern, Onkel und Tanten, dann will man meist gar nicht
glauben, dass da in sexueller Hinsicht noch was "läuft". Denn
nach unseren üblichen Vorstellungen von Lust und Potenz, ist
die Sexualität doch eher den Jungen vorbehalten. Sie sind
aktiv, voller Testosteron oder Östrogen, strotzen vor sexueller
Kraft, Lust, Potenz und Gesundheit und treiben es auch sonst
ziemlich wild.
Und die Alten? Sie kämpfen mit Krankheiten und Wehwehchen,
der Testosteronspiegel im Blut ist längst gesunken und ohne
Potenzmittel geht sowieso nichts mehr. Also ist es mit der
sexuellen Lust bei den Alten ja wohl nicht so weit her. Denkt
man so. Und häufig stimmt es ja auch.
Die Sexualtherapeutin Ildiko Sobeslavsky aus Dresden hat da
andere Erfahrungen mit der Sexualität von Senioren gemacht. Wie
sie berichtet wird die Sexualität im Alter offenbar weitgehend
von der sexuellen Vorgeschichte eines Menschen bestimmt. Wer
also in seinen jungen Jahren eine starke sexuelle Aktivität
entwickelt hatte und in seiner Jugend viel erotische Phantasie
und Vielseitigkeit besessen hatte, der wird dies auch beim Sex
im Alter beibehalten.
Egal ob mit oder ohne Partner, viele ältere Menschen sind
sexuell noch überaus aktiv. Viel mehr als man allgemein so
glauben möchte. Bei einer Umfrage in der Gruppe der 60 bis
70-Jährigen gaben 84 von 100 Befragten Personen an, noch bis zu
dreimal in einer Woche intimen Kontakt mit einem Partner zu
haben.
Selbst bei der Gruppe der 70 bis 80-Jährigen sagten 73 von
100 Teilnehmern, dass sie noch regelmäßigen Geschlechtsverkehr
haben. Und selbst bei den über 80-Jährigen fanden immerhin noch
60 von 100 Befragten Gefallen an der Sexualität. Dabei gab es
allerdings große Unterschiede in der Häufigkeit mit der es zu
Intimverkehr oder sexueller Befriedigung ohne Partner kam. Dies
reichte von "weniger als einmal im Monat" bis zu "dreimal in
der Woche". In jedem Fall aber ein Ergebnis, mit dem man so
nicht gerechnet hatte.
Unter den Frauen der befragten Gruppen über 70 Jahre gaben
allerdings zwei Drittel an, keine sexuellen Kontakte mehr zu
haben. Meist lag dies jedoch nicht an mangelndem sexuellen
Antrieb der Senioren, sondern daran, dass der Partner fehlte.
In diesen Fällen behalfen sich die meisten genauso, wie es auch
junge Menschen in der gleichen Situation tun: sie
masturbierten. Speziell von den über 65-Jährigen befriedigte
sich jede dritte Frau und jeder zweite Mann mindestens einmal
im Monat selber.
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