Erektionsstörung - Vorbote für Gefäßkrankheiten
Zwei in den USA durchgeführte Studien mit rund 10.000 Männern haben die bisherige
Vermutung bestätigt, daß Erektionsstörungen, medizinisch mit Erektile Dysfunktion, kurz ED bezeichnet,
ein Indikator für sich anbahnende Erkrankungen der Herz- und Blutgefäße, also der sogenannten kardiovaskulären
Erkrankungen sein kann.
Die Studie wurde mit Teilnehmern der sogenannten Placebo-Gruppe der "Prostata Cancer Prevention Studies"
durchgeführt. Alle Studienteilnehmer hatten ein Mindestalter von 55 Jahren und wurden über einen Zeitraum von
insgesamt sieben Jahren beobachtet.
Mehr als 85 Prozent der beobachteten Männer hatten zu Beginn der Studie keine kardiovaskuläre Erkrankung. Herz-
Kreislauf und Blutgefäße arbeiteten weitestgehend unauffällig. Fast 50 Prozent der Männer hatten zu diesem
Zeitpunkt allerdings bereits Potenzstörungen, insbesondere litten sie an Erektionsschwäche und Erektionsstörungen,
speziell an erektiler Dysfunktion (ED). Von der anderen Hälfte der Männer entwickelten etwa 60 Prozent im Laufe der
Dauer der Studie ebenfalls Potenzprobleme, auch hier wieder insbesondere erektile Dysfunktion (ED).
Eine Gruppe von Urologen um Dr. Ian Thompson vom Health and Science Center der Universität Texas, San Antonio
hatte ebenfalls Männer mit erektiler Dysfunktion (ED) untersucht und bescheinigte dieser Gruppe ein zweifach
höheres Risiko kardiovaskulär zu erkranken. Das Risiko für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, einen
Myokardinfarkt, Angina Pectoris oder eine transiente ischämische Attacke zu erleiden war in der Gruppe der an ED,
Erektionsstörung und Potenzschwäche leidenden Patienten also um ein vielfaches höher.
Eine andere US-Studie lieferte ähnliche Ergebnisse. Hier wurde Patienten mit Erektionsstörungen, insbesondere
erektiler Dysfunktion (ED) im Vergleich zu Patienten mit reinem Bluthochdruck (Hypertonie) oder erhöhtem
Lipidspiegel im Blut (Blutfettspiegel), die aber nicht gleichzeitig an ED litten eine deutlich verstärkte
Vorhersagbarkeit für Herz- und Kreislauferkrankungen sowie ein erhöhtes Infarktrisiko zugeordnet.
ED ist also gleichzeitig zwar nicht die Ursache, aber doch ein wichtiger Indikator für ein verstärktes
Infarktrisiko. Aufgrund der systematisch gewonnenen Daten und Erkenntnisse empfehlen die amerikanischen Urologen
daher, bei Männern mit Potenzproblemen, insbesondere aber bei Erektionsstörung, also erektiler Dysfunktion
verstärkt nach den bekannten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems sowie
Auffälligkeiten in den Blutgefäßen zu suchen. So können bei Bedarf gegebenenfalls noch rechtzeitig gefäßschützende
Maßnahmen eingeleitet werden.
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