Maca - Der Streit um Biopatente
Die Macapflanze und das
Wissen um die Kultivierung von Maca wurde von den Nachfahren
der Inka in unsere Zeit gerettet. Doch die Gier auf das Erbe
der Inka hält bis heute an.
So hat zum Beispiel ein Unternehmen aus den USA ein Patent
über ein Verfahren zur Herstellung eines alkoholischen
Extraktes aus Maca angemeldet. Das Verfahren unterscheidet sich
jedoch im Prinzip kaum von dem alten Verfahren zur Herstellung
eines ebensolchen Extraktes, wie es schon seit Jahrhunderten
von dem Volk in den Anden angewendet wird.
Die Gültigkeit des Patentes wird daher von vielen
Spezialisten in Frage gestellt. Denn, für die Erteilung eines
Patentes sind nach international gültigen Kriterien vor allem
zwei Dinge entscheidend: Originalität und Innovation. Dennoch
wurde das Patent erteilt.
Es versteht sich, dass die kleinen peruanischen Unternehmen
angesichts dieses fragwürdigen amerikanischen Patents
beunruhigt sind. Was wenn weitere Patente auf ihr ureigenes
Naturprodukt erteilt werden? Eine solche Praxis könnte das
gesamte Land schnell um eine seiner inzwischen wirtschaftlich
wichtigesten Einnahmequellen bringen, die aufgrund des
wachsenden Erfolges von Maca auf dem Weltmarkt zu erwarten
sind.
Nicht nur peruanische Umweltgruppen sprechen in diesem
Zusammenhang nicht ganz zu unrecht von Biopiraterie. Man
schöpft aus den biologischen Reichtümern eines Landes und
beansprucht dann das Recht auf ein spezifisches Erzeugnis, in
diesem Falle Maca, und die daraus produzierbaren Deriviate für
sich. Wiederholt hat Peru vesucht bei der Gesellschaft die das
Patent hält Informationen darüber zu erhalten. Die Firma mit
Sitz in New Jersey, USA, hat bislang nicht einmal
geantwortet.
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